zu Kohlis Garten

Anbau

Tomaten sind das Lieblingsgemüse vieler Hobbygärtner. Sie brauchen Wärme, Sonne und einen Platz, an dem es nicht auf die Blätter regnet. Dann tragen sie vom Hochsommer bis zum ersten Frost.

Wie es bei mir selbst läuft, steht unter Kohlis Tomaten-Pflanzen.

Das Tomatenjahr

JFMAMJJASOND AussaatPikierenAbhärtenAuspflanzenErnte

Aussaat

Auf der Fensterbank sät man Tomaten ab Mitte März bis Anfang April. Früher lohnt sich nur mit einer Pflanzenlampe, sonst werden die Sämlinge lang und dünn, weil sie zu wenig Licht bekommen. Die Samen kommen etwa einen halben Zentimeter tief in Anzuchterde und keimen bei 20 bis 24 °C nach fünf bis zehn Tagen. Die Erde hält man feucht, aber nicht nass.

Pikieren

Sobald sich nach den Keimblättern das erste echte Blattpaar zeigt, werden die Sämlinge einzeln in größere Töpfe gesetzt. Tomaten darf und soll man dabei tiefer pflanzen als zuvor, bis knapp unter die Keimblätter. Am eingegrabenen Stängel bilden sie zusätzliche Wurzeln und stehen danach stabiler. Jetzt mögen es die Jungpflanzen hell und etwas kühler, um 18 °C.

Auspflanzen

Ab Anfang Mai gewöhnt man die Pflanzen an das Leben draußen, indem man sie tagsüber für ein paar Stunden ins Freie stellt und die Zeit langsam verlängert. Nach den Eisheiligen Mitte Mai, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, dürfen sie endgültig ins Beet oder in den Kübel. Im Gewächshaus geht das schon ab Ende April.

Ideal ist ein vollsonniger, warmer Platz mit einem Regendach, etwa vor einer Hauswand, unter einem Vordach oder im Tomatenhaus. Im Beet brauchen die Pflanzen etwa 60 bis 80 cm Abstand, im Kübel mindestens 10, besser 20 Liter Erde. Auch hier wird wieder tief gepflanzt.

Pflege

Gießen: Tomaten wollen gleichmäßig feucht stehen. Am besten gießt man morgens direkt an die Wurzel und nie über die Blätter. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh hält die Feuchtigkeit im Boden.

Düngen: Als Starkzehrer freuen sie sich über Kompost beim Pflanzen und ab der Blüte über einen organischen Tomatendünger. Zu viel Stickstoff fördert Blätter statt Früchte.

Ausgeizen: Bei Stabtomaten bricht man die Seitentriebe aus, die in den Blattachseln wachsen, solange sie noch klein sind. So bleibt die Pflanze ein- oder zweitriebig, luftig und steckt ihre Kraft in die Früchte. Buschtomaten werden nicht ausgegeizt.

Stützen: Stabtomaten werden an einen Stab gebunden oder an einer Schnur hochgeleitet, die man im Uhrzeigersinn um den Trieb windet.

Bestäuben: Tomaten bestäuben sich selbst. Im Freien reichen Wind und Hummeln, im Gewächshaus hilft es, die Blütenstände bei Sonnenschein leicht zu schütteln.

Köpfen: Ab Anfang August kappt man die Spitze der Stabtomaten. Neue Blüten hätten bis zum Herbst ohnehin keine Zeit mehr, reife Früchte zu bilden.

Ernte

Am besten schmecken Tomaten, die an der Pflanze voll ausgereift sind. Je nach Sorte und Wetter beginnt die Ernte im Juli und dauert bis in den Oktober. Vor dem ersten Frost erntet man alle Früchte, die schon etwas Farbe zeigen, und lässt sie bei Zimmertemperatur nachreifen. Ein Apfel daneben beschleunigt das durch sein Reifegas Ethylen. Die übrigen grünen Tomaten eignen sich für Chutney.

Krankheiten und Probleme

Kraut- und Braunfäule

Der Pilz Phytophthora infestans färbt Blätter und Früchte braun. Er braucht nasse Blätter, Regenschutz ist deshalb der beste Schutz. Befallene Teile sofort entfernen und in den Restmüll geben.

Blütenendfäule

Ein dunkler, eingesunkener Fleck an der Unterseite der Frucht. Ursache ist ein Calciummangel in der Frucht, meist durch unregelmäßiges Gießen. Gleichmäßig wässern hilft.

Platzende Früchte

Nach Trockenheit nehmen die Früchte bei Regen oder starkem Gießen schlagartig Wasser auf und reißen. Auch hier hilft gleichmäßige Bodenfeuchte.

Grünkragen

Ein harter, grün oder gelb bleibender Ring um den Stielansatz. Er entsteht bei großer Hitze und praller Sonne und ist teils sortenabhängig.

Weiße Fliege und Blattläuse

Vor allem im Gewächshaus. Gelbtafeln, Nützlinge wie Schlupfwespen oder Marienkäfer und ein scharfer Wasserstrahl halten sie in Schach.

Eigenes Saatgut

Von samenfesten Sorten lässt sich ganz einfach eigenes Saatgut gewinnen. Tomaten bestäuben sich meist selbst und verkreuzen sich nur selten. Man nimmt eine vollreife, gesunde Frucht, gibt das Innere mit den Samen in ein Glas und lässt es zwei bis drei Tage bei Zimmertemperatur stehen. Dabei löst sich die keimhemmende Gelhülle um die Samen. Danach die Samen in einem Sieb gründlich abspülen, auf Küchenpapier trocknen lassen und in beschrifteten Papiertütchen kühl und trocken lagern. Sie bleiben mehrere Jahre keimfähig.